Ihre chinesischen Gäste haben sich vorher entschieden.
Wenn eine Reisegruppe aus Shanghai in Ihrem Lokal sitzt, ist das selten Zufall. Die Entscheidung fiel Wochen vorher, auf einem Bildschirm in China.
Wo die Entscheidung fällt
Chinesische Reisende planen anders. Nicht über Google, nicht über TripAdvisor, nicht über Booking. Sondern auf Rednote (小红书, international auch Xiaohongshu oder RedNote): Stadt eingeben, Kategorie eingeben, lesen, was andere Reisende geschrieben und fotografiert haben. Wer dort auftaucht, steht auf der Liste. Wer fehlt, existiert für diese Gäste nicht — auch dann nicht, wenn sein Lokal zweihundert Meter weiter liegt.
Woran man merkt, dass sie schon da sind
Meistens fällt es zuerst im Service auf: mehr Gäste, die auf Chinesisch bestellen wollen; Tische, an denen jedes Gericht fotografiert wird, bevor jemand isst; Gäste, die nach einem bestimmten Gericht fragen, das gar nicht auf der Karte steht, sondern in einem Beitrag stand. Wer dem nachgeht, findet den Beitrag oft wieder.
Wenn Sie das an Ihren Tischen gerade erleben: Warum kommen plötzlich chinesische Gäste zu uns? beantwortet die Frage Schritt für Schritt — samt Anleitung, wie Sie selbst nachsehen, was über Sie geschrieben wurde.
Wie viele Betriebe darauf vorbereitet sind
Wir haben es gezählt, und zwar dort, wo gesucht wird. Im September 2026 haben wir für neun europäische Städte die fünf Suchen ausgewertet, die chinesischsprachige Reisende vor dem Essengehen tatsächlich machen — 2193 Beiträge, abgeglichen mit 53.232 Gastronomiebetrieben. In keiner dieser Städte kommen mehr als 39 Betriebe überhaupt namentlich vor, in Wien sind es vierzehn (Auswertung und Methode).
Der größte Teil davon wird genau einmal genannt. Auf einer Plattform, auf der Beiträge jahrelang weiter gefunden werden, heißt das praktisch: gar nicht.
Wenn Sie kein Lokal führen
Derselbe Befund gilt für Hotels, Weingüter mit Führung, Thermen, Manufakturen, Einzelhandel und private Bildungsanbieter — nur mit anderen Suchwörtern. Was wir für welches Segment belegen können und was noch nicht, steht auf Für wen wir arbeiten.
Was der erste Schritt ist
Nachsehen. Wir tun das kostenlos: Wie oft kommt Ihr Haus auf Rednote vor, wer schreibt darüber, was wird gelobt, was bemängelt, und wie stehen vergleichbare Betriebe Ihrer Stadt da? Das Ergebnis bekommen Sie schriftlich, mit einer klaren Einschätzung, ob sich der Aufwand für Sie lohnt. Wenn nicht, sagen wir das.