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Wien, zweimal gemessen: beide Male etwa ein Prozent

Erst haben wir Wiens Websites durchgezählt, dann die Plattform selbst ausgelesen. Zwei völlig verschiedene Methoden, fast dieselbe Zahl.

Wien ist die einzige Stadt, die wir auf zwei voneinander unabhängige Arten gemessen haben. Die beiden Messungen wissen nichts voneinander – und kommen fast auf dasselbe Ergebnis.

Messung eins: die Websites

Im September 2026 haben wir alle Wiener Gastronomiebetriebe aus dem offenen Kartenmaterial von OpenStreetMap zusammengetragen: 1856 Einträge, vom Beisl bis zur Haubenküche. 1345 davon haben eine erreichbare eigene Website. Für jede haben wir geprüft, in welchen Sprachen sie vorliegt.

15 dieser 1345 Betriebe führen eine chinesische Sprachfassung. Das ist gut ein Prozent – fast genau der Wert, den wir in Frankfurt gefunden haben (14 von 1055).

Messung zwei: die Plattform selbst

Drei Wochen später haben wir Rednote ausgelesen: die fünf Suchen, die chinesischsprachige Reisende vor dem Essengehen in Wien tatsächlich machen, je Suche die fünfzig bestplatzierten Beiträge, zusammen 189 verschiedene. Darin haben wir nach den Namen aller 1754 Wiener Gastronomiebetriebe gesucht.

14 von 1754 kommen überhaupt namentlich vor. Das ist knapp ein Prozent.

geprüftTrefferAnteil
Website auf Chinesisch1345151,1 %
Auf Rednote genannt1754140,8 %

Zwei Methoden, die nichts gemeinsam haben – die eine liest Impressen, die andere chinesische Reiseberichte –, und beide landen bei etwa einem von hundert. Das macht den Befund belastbarer, als es eine der beiden Zahlen allein wäre.

Welche vierzehn Lokale das sind und worüber sie geschrieben werden, steht in der Wiener Stadt-Erhebung.

Wo Wien sich von Frankfurt unterscheidet

Interessant ist nicht der Anteil, sondern wer dazugehört.

In Frankfurt waren es ausnahmslos asiatische Betriebe: japanische Restaurants, chinesische Küche, ein Bubble-Tea-Laden. Kein einziges deutsches, italienisches oder griechisches Lokal.

In Wien ist das anders. Unter den fünfzehn stehen erwartbare Namen – Chuan, Hong Kong Cafe, Chinatown, Taya Washoku Deli. Daneben aber auch:

  • das Griechenbeisl, eines der ältesten Gasthäuser der Stadt,
  • das Café Diglas im Schottenstift, ein klassisches Wiener Kaffeehaus,
  • Heindls Schmarren & Palatschinkenkuchl, also Mehlspeisen in Reinform,
  • die Neubauschenke und die Atmosphere Rooftop Bar.

Ungefähr die Hälfte der Wiener Treffer sind Betriebe, die nichts mit asiatischer Küche zu tun haben, sondern mit dem, weswegen Gäste nach Wien kommen. In Frankfurt gibt es diese Gruppe nicht.

Das ist ein kleiner, aber deutlicher Unterschied: In Wien hat die klassische Gastronomie angefangen, chinesischsprachige Gäste als eigene Gruppe zu behandeln. Fünf Betriebe sind keine Bewegung – aber es sind fünf mehr als in Frankfurt.

Was die Website-Zahl kann und was nicht

Sie misst nicht, ob ein Betrieb gefunden wird. Chinesische Reisende suchen nicht auf den Websites einzelner Lokale, sondern in der App; eine übersetzte Seite ändert an der Auffindbarkeit dort nichts.

Die Sprachversion ist ein Messwert für etwas, das sich schlechter zählen lässt: ob sich in einem Haus überhaupt jemand mit dieser Gästegruppe befasst hat.

Genau deshalb ist die Übereinstimmung der beiden Messungen bemerkenswert. Sie legt nahe, dass die eine Frage – kümmert sich jemand? – und die andere – kommt der Betrieb vor? – in der Praxis dieselbe Antwort haben.

Zur Methode

Betriebslisten aus OpenStreetMap, Stand September 2026, damit unvollständig: Wer dort nicht eingetragen ist, fehlt auch bei uns. Die Differenz zwischen 1345 und 1754 geprüften Betrieben ergibt sich daraus, dass die Sprachprüfung nur Betriebe mit erreichbarer Website erfassen kann; die Rednote-Auslese prüft alle Namen der Liste.

Die Sprachprüfung lief automatisiert über Startseite und, wo vorhanden, Impressum. Nicht als chinesische Fassung gezählt haben wir Websites mit einem automatischen Übersetzungs-Widget, erkennbar daran, dass sie zehn oder mehr Sprachen gleichzeitig anbieten. Bei den Wiener Gastronomiebetrieben betraf das genau einen Treffer.

Die Rednote-Zahlen sind eine Messung eines Tages: Das Ranking der Plattform ist personalisiert und ändert sich. Gezählt ist, dass ein Name fällt, nicht wie er bewertet wird.

Überarbeitet am 26.09.2026. Der Beitrag stützte sich ursprünglich allein auf die Sprachversions-Zahl und leitete daraus ab, wie sichtbar Wiens Gastronomie in China ist. Diesen Schluss ziehen wir so nicht mehr; stattdessen steht die Zahl jetzt neben einer direkten Messung auf der Plattform. Beide Erhebungen sind unverändert.

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